Von Christian Otten
Liebe Freunde des Spitzes. Heute möchte ich euch von einem Verbrechen erzählen, dass ich so noch nie erlebt habe. Der „Kurzkrimi“ ist aus der Sicht der Opfer geschrieben und es basiert auf einem echten Erlebnis.
Ein wahres Verbrechen!

Es war in einer dunklen Dezembernacht kurz vor Weihnachten. Das Wasser des Sees war bereits kalt geworden und der Nebel legte sich schützend darüber. In einer Weide direkt am Ufer lebte eine werdende Rattenmutter. Das teilweise morsche Holz bot ihr ein gemütliches Zuhause. Doch in dieser Nacht wurde es auf einmal laut. Sie spürte wie etwas Schneeweißes an ihrem Haus vorbeilief, begleitet von einem Lichtstrahl aus einer Taschenlampe. Sie hörte eine Menschenstimme, die immer wieder fragte:“ Luzie, was ist da?“ Dann kam ein Kläffen hinzu. Es war jetzt schon unerträglich für die werdende Mutter. Und dann erschrak sie als eine schwarzweiße Schnauze in ihr gemütliches Heim eindrang. Sie sah nur einen Ausweg. Die Flucht über das Wasser. Im Rücken konnte sie noch sehen, wie das schneeweiße Ungetüm am Ufer hin und her lief. Es sprang auch ins Wasser. Aber scheinbar blieb sie unentdeckt denn nach 2 kurzen Runden ging das Wesen wieder an Land. Auf einmal sah sie es wieder am Ufer auf dem alten Deich, direkt neben ihr. Und dieses Tier sprang wieder ins Wasser und steuerte jetzt direkt auf sie zu. Kurz vor dem rettenden Ufer packte dieses Ungetüm die werdende Mutter und brach ihr dabei gleich ein paar Rippen. Am Land ließ das Tier sie aus dem Maul. Sie verteidigte sich so gut sie konnte. Doch die Sprünge ins Gesicht des Ungeheuers währte dieses durch schnelle Bewegungen ab. Stattdessen griff es immer wieder den Körper der armen Ratte an. Nach ca 30 Minuten ging es dann mit ihr zu Ende.

Doch diese schreckliche Tat sollte nicht die Letzte sein. 3 Nächte später lief dieses Ungeheuer im Morgengrauen wieder an dem See lang. Dieses Mal hat sie das Zuhause einer jungen, gesunden und ausgewachsenen Ratte ausfindig gemacht. Sie suchte ebenfalls ihr Heil in der Flucht über das Wasser. Scheinbar hatte es sich noch nicht rumgesprochen, dass das unheimliche Wesen keine Scheu vor Wasser hat. Auch dieses merkwürdige Taschenlampenlicht war wieder da. Das Ungeheuer sprang ins Wasser, begleitet von dem Licht. Und es holte die arme Ratte schnell ein, es packte mit diesem fiesen Maul zu und warf sie durch die Luft. Im Wasser wieder gelandet versuchte sie ein paar Meter zu tauchen. Das Wesen hat sie aber sofort wieder aufgespürt und griff wieder an und wieder wurde sie durch die Luft geschmissen. Nach der Landung tauchte sie unter und war kurz vor dem rettenden Ufer. Das Wesen hatte sie verloren. Leider war da diese Menschenstimme mit dem Taschenlampenlicht. Sie schrie:“ Luzie, hierher. Komm schnell.“ Das Wesen mit dem Namen Luzie kam aus dem See und lief zu dem Menschen. Nun hatte sie die Ratte wieder im Blick. Sie sprang vorsichtig rein und schnappte sich dieses Mal die Ratte. Ein Schrei des sterbenden Tieres durchdrang das Morgengrauen. Am Land abgelegt, hatte die Ratte kaum noch Lebenszeichen. Sie hob noch ein paar Mal den Kopf als wenn sie das Ungetüm um Gnade bitten würde und dann verstarb sie.

Die Rache der Hinterbliebenen
Nachdem die Rattenfamilien am See ihren Verlust betrauert haben setzten sie sich zusammen und überlegten, wie sie diese Bestie beseitigen können. Hierzu kam ihnen der harte Winter 2025/2026 im Norden Deutschlands zur Hilfe. Der See fror in kleinen Schritten dicht. Dieser weiße flauschige und tödliche Wirbelwind mit dem Namen Luzie kannte diese Situation noch nicht und ließ ihn leichtsinnig werden.

Die Ratten haben dieses ganz genau beobachtet. Sie legten Spuren auf dem zugefrorenen See um das Tier immer wieder auf den See zu locken. Das Eis hielt zwar aber es war schon sehr kritisch. Die Besitzer der Großspitzhündin waren stets besorgt und waren sehr aufmerksam wenn die unerfahrene Luzie sich wagemutig auf´s Eis begab. Zum Glück reagierte sie immer sehr schnell, wenn ihre Besitzer sie riefen.
Als der Winter dann so langsam die Zügel lockerte und die Temperaturen stiegen wurde das Eis dünn und brüchig. Nun sahen die Ratten ihre Chance das Tier zu töten. Denn niemand wird es retten können wenn es im Eis einbricht. Es würde qualvoll ertrinken.
An einem Sonntagabend Anfang Februar 2026 bot sich die Chance. Der Mann mit der Taschenlampe wollte die Mülltonne an die Straße stellen und die weiße Bestie begleitete ihn. Der Mann war kurz abgelenkt und die Ratten liefen über das dünne Eis und lockten den Hund immer wieder. Zu guter Letzt war die Reizung so groß, dass Luzie auf´s Eis ging und es passierte, was passieren musste aber nicht durfte. Die Bestie brach ein und konnte sich nur mit Müh und Not an der abgebrochenen Eiskante halten.
Zum Glück kriegte es der Mann mit der Taschenlampe mit und eilte herbei. Aber leider konnte er sie nicht erreichen und auch nicht retten, denn dann hätte er sich selber in Gefahr gebracht. Er redete auf das Tier ein. Ja, er schrie sich die Seele aus dem Leib. Das weiße, flauschige Tier geriet in Panik aber sie hörte auf ihr Herrchen und riss sich zusammen. Nachdem sie einmal tief Luft geholt hatte drehte sie sich zur Uferkante um und konnte in Reichweite ihres Besitzers kommen. Er zog sie am Halsband aus der tödlichen Gewalt. Beide mussten sich danach erst einmal erholen und das Adrenalin herunterfahren. Die Familien der getöteten Ratten beobachteten das Ganze aus sicherer Entfernung und waren betrübt, dass diese Aktion nicht zum gewünschten Ergebnis geführt hat. Nach diesem Vorfall waren das weiße Untier und ihre Besitzer noch vorsichtiger und aufmerksamer.


Mittlerweile haben die Temperaturen das Eis schmelzen lassen. Dieses nutzte die Hündin gleich um wieder Herrin über den See zu werden und patrouillierte am Ufer. Auch die ersten Schwimmrunden trotz der kalten Wassertemperaturen wurden vollzogen, damit die Nagetiere gar nicht erst auf dumme Gedanken kommen und ihr noch einmal eine Falle stellen. Ja, sie müssen jetzt wieder stark aufpassen, ansonsten könnte ihr Leichtsinn nämlich ihr Leben kosten. Luzie steht bzw sitzt wieder bereit um ins Wasser zu springen und ihre Eigenschaften als Rattenkiller auszuleben.
